Lippenherpes - eine Plage, die viele von uns kennen. Diese lästige Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV) kann zwar nicht geheilt werden, doch es gibt Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und den Verlauf zu verkürzen. Antivirale Medikamente spielen hierbei eine wichtige Rolle, doch ihre korrekte Anwendung ist entscheidend.
„Mehr als 3,7 Milliarden Menschen unter 50 Jahren weltweit sind mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 infiziert, das die Ursache für Lippenherpes ist", so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Für viele ist dieser Virus eine ständige Begleiterscheinung, die immer wieder lästige Bläschen auf den Lippen verursacht.
Glücklicherweise haben Forschende in den letzten Jahrzehnten Medikamente entwickelt, die den Verlauf von Lippenherpes-Ausbrüchen deutlich verbessern können. Zu den bekanntesten gehören Aciclovir, Valaciclovir und Famciclovir. Diese Wirkstoffe hemmen die Vermehrung des Herpes-Virus und können so den Heilungsprozess beschleunigen.
Doch wie sollte man diese Präparate richtig anwenden? Zunächst ist es wichtig, die Medikamente beim ersten Anzeichen eines Herpes-Ausbruchs einzunehmen. Je früher die antivirale Behandlung beginnt, desto effektiver kann sie den Verlauf beeinflussen. Viele Betroffene berichten, dass die Bläschen dann weniger schmerzhaft sind und schneller abheilen.
„Antiviral wirksame Präparate sollten laut Studien möglichst innerhalb der ersten 72 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden", empfiehlt die Deutsche Dermatologische Gesellschaft.
Die Einnahme der Medikamente sollte zudem regelmäßig und über den empfohlenen Zeitraum hinweg erfolgen. Je nach Präparat sind das meist 5-10 Tage. Viele Patienten brechen die Behandlung oft zu früh ab, wenn sich die Beschwerden bereits gebessert haben. Doch das kann dazu führen, dass der Ausbruch erneut aufflammt.
Darüber hinaus ist es wichtig, die korrekte Dosierung einzuhalten. Die Ärzte verschreiben die Menge, die für den individuellen Patienten am besten geeignet ist. Eine Überdosierung bringt in der Regel keine zusätzlichen Vorteile, kann aber Nebenwirkungen verstärken.
„Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Durchfall sind bei den gängigen antiviralen Präparaten zum Glück eher selten. Dennoch sollten Patienten darauf achten und den Arzt informieren, falls Unverträglichkeiten auftreten", rät die Apothekerkammer.
Neben der Einnahme der Medikamente ist es auch wichtig, Hygiene-Maßnahmen zu beachten. Das Berühren oder Reiben der Bläschen sollte vermieden werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Zudem empfiehlt es sich, die Lippen regelmäßig mit einer pflegenden Salbe zu behandeln.
Insgesamt können antivirale Medikamente den Verlauf von Lippenherpes deutlich verbessern - vorausgesetzt, sie werden richtig angewendet. Wie gehen Sie persönlich mit Lippenherpes um? Haben Sie Erfahrungen mit der Einnahme von antiviralen Präparaten gemacht?
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-11