Die Influenza, umgangssprachlich auch "Grippe" genannt, ist eine hochansteckende Atemwegserkrankung, die jedes Jahr Millionen von Menschen weltweit betrifft. Während die Symptome bei den meisten Betroffenen relativ mild verlaufen, kann die Influenza in Einzelfällen auch zu schwerwiegenden Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Herzmuskelentzündungen führen. In solchen Fällen kommen oft antivirale Medikamente zur Behandlung zum Einsatz.
Aber wie oft sollte man diese Präparate tatsächlich einnehmen? Die Empfehlungen dazu variieren je nach Schweregrad der Erkrankung, Risikofaktoren und dem verwendeten Medikament. Grundsätzlich gilt: Je früher die antivirale Therapie beginnt, desto effektiver kann sie den Krankheitsverlauf abmildern. Viele Expertinnen und Experten raten daher, diese Präparate möglichst zeitnah nach Auftreten der ersten Symptome einzunehmen.
Bei den gängigen Neuraminidasehemmern Oseltamivir (Handelsname Tamiflu) und Zanamivir (Relenza) empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Einnahme über einen Zeitraum von 5 Tagen. > "Die antivirale Behandlung sollte möglichst innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Symptome eingeleitet werden, um die Wirksamkeit zu optimieren", so die WHO-Richtlinien.<
Andere Studien legen nahe, dass eine Verlängerung der Behandlungsdauer auf 10 Tage bei Hochrisikopatientinnen und -patienten durchaus sinnvoll sein kann. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere oder Personen mit chronischen Grunderkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen.
Auch die Dosierung der antiviralen Medikamente variiert je nach Präparat und individuellem Risikoprofil. Für Oseltamivir empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation eine Dosis von 75 mg zweimal täglich für 5 Tage. Bei Zanamivir liegt die Standarddosierung bei 2 Hübe (je 5 mg) pro Inhalation, ebenfalls zweimal täglich über 5 Tage.
Neben den klassischen Neuraminidasehemmern gibt es noch weitere antivirale Optionen wie Baloxavir Marboxil (Xofluza), das in einer einmaligen Dosis eingenommen wird. Auch hier empfiehlt die WHO den Behandlungsbeginn innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn.
Letztendlich hängt die optimale Anwendungshäufigkeit und Dosierung stark vom individuellen Krankheitsverlauf und Risikoprofil ab. Es ist daher ratsam, sich im Zweifelsfall mit einer Ärztin oder einem Arzt zu beraten, um die für den jeweiligen Fall am besten geeignete antivirale Therapie zu finden.
Eine frühzeitige Behandlung mit den richtigen Medikamenten in der empfohlenen Dosierung kann den Verlauf einer Influenza-Erkrankung entscheidend positiv beeinflussen. Dennoch stellen antivirale Präparate nicht die einzige Maßnahme dar - vorbeugende Impfungen, gute Handhygiene und andere Schutzmaßnahmen sind ebenso wichtig, um Grippewellen vorzubeugen.
Wie sehen Sie das? Haben Sie selbst Erfahrungen mit antiviralen Medikamenten bei einer Influenza-Infektion gemacht? Welche Empfehlungen würden Sie anderen Betroffenen geben?
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Mar-24