Wie lange dauert es, bis antivirale Medikamente gegen Influenza wirken?
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-20
Wenn die Grippe zuschlägt, sind viele Menschen auf der Suche nach schneller Linderung ihrer Symptome. Antivirale Medikamente gelten als vielversprechende Behandlungsoption, aber wie schnell können sie tatsächlich Wirkung zeigen? Diese Frage beschäftigt nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte und Forschende.
Grundsätzlich wirken antivirale Medikamente wie Oseltamivir (Tamiflu) oder Zanamivir (Relenza) indem sie die Vermehrung des Grippevirus im Körper hemmen. So können sie den Krankheitsverlauf verkürzen und die Schwere der Symptome reduzieren. Allerdings ist der genaue Zeitrahmen, in dem diese Wirkung eintritt, von verschiedenen Faktoren abhängig.
Eine Metaanalyse von 20 Studien zeigte, dass Patienten, die innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome mit antiviralen Medikamenten behandelt wurden, im Durchschnitt einen um etwa einen Tag kürzeren Krankheitsverlauf hatten als unbehandelte Personen. Dabei war die Wirkung am stärksten, wenn die Behandlung innerhalb der ersten 12 Stunden begann.
"Je früher die Einnahme von antiviralen Medikamenten erfolgt, desto effektiver können sie den Krankheitsverlauf verkürzen."
Allerdings gibt es auch Forschende, die argumentieren, dass selbst bei einer späteren Behandlung - bis zu 72 Stunden nach Symptombeginn - noch Vorteile erzielt werden können. Die Verkürzung des Krankheitsverlaufs fällt in diesem Fall zwar geringer aus, kann aber dennoch hilfreich sein.
Neben dem Behandlungsbeginn spielen auch andere Faktoren eine Rolle, etwa das Alter und der Gesundheitszustand des Patienten. Bei älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen kann die Wirkung der antiviralen Medikamente verzögert oder abgeschwächt sein.
Darüber hinaus ist es wichtig, den richtigen Wirkstoff zu wählen. Während Oseltamivir und Zanamivir bei den aktuell zirkulierenden Grippeviren eine gute Wirksamkeit zeigen, gibt es auch Viren, die resistent gegen diese Medikamente sind. In solchen Fällen müssen andere Optionen in Betracht gezogen werden.
Insgesamt lässt sich sagen, dass antivirale Medikamente zwar keine Wundermittel sind, aber bei frühzeitiger Anwendung durchaus helfen können, den Krankheitsverlauf zu verkürzen und die Symptome zu lindern. Allerdings ist es wichtig, die Behandlung rechtzeitig zu beginnen und den richtigen Wirkstoff einzusetzen.
Wie sehen Sie das? Haben Sie Erfahrungen mit antiviralen Medikamenten bei einer Grippe-Erkrankung gemacht? Teilen Sie Ihre Perspektive gerne in den Kommentaren.