Herpes zoster, auch bekannt als Gürtelrose, ist eine schmerzhafte und häufig auftretende Erkrankung, die durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Obwohl die akuten Symptome meist innerhalb weniger Wochen abklingen, kann die postherpetische Neuralgie (PHN), eine chronische Komplikation, Monate oder sogar Jahre andauern und die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen. Eine effektive Langzeitbehandlung ist daher von entscheidender Bedeutung.
In den letzten Jahren haben Forscher verschiedene antivirale Medikamente und Behandlungsstrategien untersucht, um die Auswirkungen von Herpes zoster langfristig zu reduzieren. Eine Schlüsselrolle spielen hier vor allem die Nukleosid-Analogon-Arzneimittel, wie Aciclovir, Valaciclovir und Famciclovir. Diese Medikamente hemmen die Replikation des VZV und können die Dauer und Schwere der akuten Phase sowie das Risiko von Komplikationen wie der PHN verringern.
"Laut einer Metaanalyse von randomisierten kontrollierten Studien können Nukleosid-Analogon-Arzneimittel das Risiko einer PHN um bis zu 50% senken, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der Hautläsionen verabreicht werden."
Allerdings zeigen neuere Studien, dass eine verlängerte Behandlung über den akuten Zeitraum hinaus möglicherweise noch effektiver ist. Einige Forscher empfehlen daher, die antivirale Therapie für mehrere Wochen oder sogar Monate fortzusetzen, um die Entzündungsreaktion und neurologischen Schäden weiter zu reduzieren.
Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass der Einsatz von Kortikosteroiden in Kombination mit antiviralen Medikamenten die Ergebnisse verbessern kann. Diese Wirkstoffe können die Schmerzintensität und Dauer der PHN verringern, indem sie die Entzündungsreaktion modulieren.
"Eine randomisierte Studie zeigte, dass Patienten, die eine Kombination aus Valaciclovir und Prednisolon erhielten, ein signifikant geringeres Risiko für PHN aufwiesen als jene, die nur Valaciclovir einnahmen."
Allerdings ist der Einsatz von Kortikosteroiden nicht unumstritten, da er mit potenziellen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Diabetes oder Osteoporose verbunden sein kann. Daher muss der Nutzen sorgfältig gegen die Risiken abgewogen werden.
Neben den klassischen antiviralen und entzündungshemmenden Therapien werden auch alternative Behandlungsansätze wie Capsaicin-Pflaster oder Lidocain-Pflaster erforscht. Diese topischen Produkte können möglicherweise die Schmerzen bei PHN lindern, indem sie die Signalübertragung in den Nervenzellen modulieren.
"Laut einer Übersichtsarbeit können Capsaicin-Pflaster die Schmerzintensität bei PHN-Patienten um bis zu 30% reduzieren. Allerdings ist die Wirksamkeit stark von der individuellen Verträglichkeit abhängig."
Bei der Wahl der richtigen Behandlungsstrategie müssen viele Faktoren berücksichtigt werden, wie das individuelle Risikoprofil des Patienten, das Schweregrad der Erkrankung und mögliche Nebenwirkungen der Medikamente. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Patienten ist entscheidend, um die optimale Langzeittherapie zu finden.
Welche Erfahrungen haben Sie mit der Behandlung von Herpes zoster und der Prävention von postherpetischer Neuralgie gemacht? Welche Therapieansätze haben sich Ihrer Meinung nach als am effektivsten erwiesen?
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Mar-24