Fortsetzung antiviraler Therapien bei Herpes zoster - ein komplexes Thema
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-20
Der Herpes zoster, umgangssprachlich auch "Gürtelrose" genannt, ist eine weit verbreitete virale Erkrankung, die durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Dieses Virus verbleibt nach einer überstandenen Windpockeninfektion lebenslang im Körper und kann unter bestimmten Umständen, wie z.B. durch Abnahme der Immunabwehr, reaktiviert werden.
Die Erkrankung äußert sich typischerweise durch einen schmerzhaften Ausschlag, der sich streifenförmig entlang eines Nervs ausbreitet. Meist klingen die akuten Symptome nach 2-4 Wochen wieder ab. Hier stellt sich nun die Frage, ob eine Fortsetzung der antiviralen Therapie über diesen Zeitraum hinaus sinnvoll sein kann.
„Die antivirale Behandlung zielt darauf ab, die Virusvermehrung zu hemmen, den Heilungsverlauf zu beschleunigen und mögliche Komplikationen zu verhindern."
In der Tat zeigen einige Studien, dass eine Verlängerung der antiviralen Therapie über die akute Phase hinaus durchaus Vorteile haben kann. So kann eine verlängerte Behandlung das Risiko von Komplikationen wie der postherpetischen Neuralgie, einer chronischen Nervenschmerzsymptomatik, reduzieren. Auch das Auftreten von Komplikationen wie Augen- oder Hirnhautentzündungen lässt sich möglicherweise durch eine weitere Behandlung vermindern.
Allerdings ist die optimale Dauer der antiviralen Therapie nicht eindeutig geklärt. Manche Experten empfehlen eine Fortsetzung für 7-10 Tage über das Abklingen der Symptome hinaus, andere plädieren für eine Verlängerung bis zu 4-6 Wochen. Hier spielen sicher auch individuelle Faktoren wie das Alter, das Vorliegen von Immunschwächen oder die Schwere des Krankheitsverlaufs eine Rolle.
„Eine verlängerte antivirale Behandlung kann zwar das Risiko von Komplikationen verringern, gleichzeitig aber auch mit Nebenwirkungen einhergehen."
Ein weiterer zu berücksichtigender Aspekt ist, dass eine Fortführung der Therapie auch Nachteile haben kann. Neben möglichen Nebenwirkungen der Medikamente ist zu bedenken, dass eine zu lange Anwendung antiviraler Wirkstoffe im Allgemeinen das Risiko von Resistenzbildungen erhöhen kann. Dies könnte zukünftige Behandlungen erschweren.
Letztlich muss im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden, ob und wie lange eine Fortsetzung der antiviralen Therapie über das Abklingen der akuten Symptome hinaus angebracht ist. Eine enge Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist hierbei unerlässlich, um die individuell optimale Vorgehensweise zu finden.
Welche Erfahrungen haben Sie selbst oder Ihr persönliches Umfeld mit einer verlängerten antiviralen Behandlung bei Herpes zoster gemacht? Teilen Sie Ihre Einschätzung - Ihre Perspektive könnte anderen Betroffenen wertvolle Impulse geben.