Sind antivirale Medikamente gegen Herpes zoster sicher für alle Altersgruppen?
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Mar-26
Herpes zoster, auch bekannt als Gürtelrose, ist eine schmerzhafte Viruserkrankung, die durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus verursacht wird. Dieses Virus verbleibt nach einer Windpockeninfektion lebenslang im Körper und kann bei geschwächter Immunabwehr erneut aktiv werden. Für viele Betroffene ist Gürtelrose eine quälende Erfahrung, die mit starken Schmerzen, Juckreiz und Hautausschlägen einhergehen kann.
Zum Glück gibt es verschiedene antivirale Medikamente, die bei einer Gürtelroseerkrankung eingesetzt werden können. Diese Arzneimittel zielen darauf ab, die Vermehrung des Virus zu hemmen und so den Verlauf der Erkrankung zu mildern. Doch wie sicher sind diese Therapien, gerade für ältere oder gesundheitlich vorbelastete Patienten?
„Ältere Erwachsene sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei Herpes zoster", erklärt Dr. Annette Weber, Fachärztin für Dermatologie. „Daher ist es besonders wichtig, dass die antiviralen Medikamente in diesen Fällen sicher und gut verträglich sind."
Ältere Erwachsene über 50 Jahre haben oft mehrere Vorerkrankungen und nehmen verschiedene Medikamente ein. Hier kann es zu Wechselwirkungen kommen, die die Verträglichkeit der antiviralen Therapie beeinflussen. Daher ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt die gesamte Medikation sorgfältig prüft.
Auch Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion müssen genau überwacht werden. Die Dosierung der antiviralen Medikamente muss hier möglicherweise angepasst werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.
Interessanterweise scheinen Kinder und Jugendliche die antiviralen Medikamente gut zu vertragen. Laut Studien treten in dieser Altersgruppe kaum Komplikationen auf. Allerdings ist Gürtelrose bei Jüngeren deutlich seltener als bei älteren Erwachsenen.
Neben der Verträglichkeit spielt auch die Wirksamkeit der antiviralen Therapie eine entscheidende Rolle. Hier zeigen Studien, dass die Behandlung den Krankheitsverlauf in den meisten Fällen deutlich verkürzen und die Beschwerden lindern kann - unabhängig vom Alter der Patienten.
„Entscheidend ist, dass die Behandlung möglichst frühzeitig begonnen wird", betont Dr. Weber. „Je früher die antiviralen Medikamente eingesetzt werden, desto effektiver können sie den Krankheitsverlauf beeinflussen."
Allerdings gibt es auch Berichte über seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen der antiviralen Therapie, wie zum Beispiel Nervenschädigungen oder Nierenprobleme. Diese treten zwar eher selten auf, sind für Patienten und Ärzte aber dennoch relevant.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die gängigen antiviralen Medikamente bei den meisten Patienten mit Herpes zoster - auch in höherem Alter - gut verträglich sind. Entscheidend ist jedoch, dass der behandelnde Arzt die Vorerkrankungen, Begleitmedikation und Organfunktion sorgfältig prüft und die Dosis individuell anpasst.
Wie sehen Sie die Sicherheit der antiviralen Therapie bei Gürtelrose? Haben Sie selbst Erfahrungen damit gemacht oder Anmerkungen dazu? Ich bin sehr interessiert an Ihren Einschätzungen zu diesem Thema.