Grippe während der Schwangerschaft - Sicher und effektiv behandeln
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-03
Eine Grippeinfektion stellt für schwangere Frauen eine besondere Herausforderung dar. Das Immunsystem ist in dieser Zeit geschwächt, sodass Schwangere ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben. Gleichzeitig müssen Ärzte bei der Verordnung von Medikamenten besonders vorsichtig sein, um Schäden für das ungeborene Kind zu vermeiden.
Welche antiviralen Medikamente sind also für werdende Mütter am besten geeignet, um Grippe sicher und effektiv zu behandeln? Diese Frage beschäftigt viele Schwangere und ihre behandelnden Ärzte.
"Schwangere mit Grippe haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündungen, Herz-Kreislauf-Probleme oder sogar Frühgeburten. Daher ist eine rechtzeitige und adäquate Behandlung sehr wichtig", erklärt Prof. Dr. Maria Schneider, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Bei der Wahl des richtigen antiviralen Medikaments müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Laut aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und des Robert Koch-Instituts sind die Wirkstoffe Oseltamivir und Zanamivir für Schwangere am besten geeignet.
"Diese beiden Medikamente haben sich in Studien als sicher für Mutter und Kind erwiesen. Sie können bereits in der Frühphase der Erkrankung die Symptomdauer verkürzen und das Risiko für Komplikationen senken", betont Dr. Schneider.
Allerdings gibt es Unterschiede in Bezug auf Verabreichungsform und Anwendung: Oseltamivir wird in Kapselform oral eingenommen, während Zanamivir als Pulver zum Inhalieren verwendet wird. Letzteres kann daher Schwangeren mit Übelkeit oder Erbrechen zu Beginn der Erkrankung Erleichterung verschaffen.
Neben den antiviralen Medikamenten spielen auch supportive Maßnahmen eine wichtige Rolle. Dazu zählen ausreichend Ruhe, viel Flüssigkeitsaufnahme und die Behandlung von Symptomen wie Fieber oder Schmerzen. Schwangere Frauen sollten zudem unbedingt ärztlichen Rat einholen, bevor sie Selbstmedikation betreiben.
"Es ist wichtig, dass Schwangere mit Grippe frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. So können wir rechtzeitig mit der Behandlung beginnen und Komplikationen bestmöglich vermeiden", rät Dr. Schneider.
Neben den klassischen antiviralen Arzneimitteln gibt es auch alternative Behandlungsansätze, die für Schwangere in Frage kommen könnten. Dazu zählen beispielsweise Immunstimulatoren wie Echinacin oder pflanzliche Präparate mit antiviralen Wirkstoffen.
"Diese Alternativen müssen jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da die Datenlage zu Wirksamkeit und Sicherheit in der Schwangerschaft oft unzureichend ist. Eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist hier besonders wichtig", betont die Expertin.
Letztendlich hängt die Wahl des richtigen antiviralen Medikaments vom individuellen Krankheitsverlauf, möglichen Vorerkrankungen und dem Schwangerschaftsstadium ab. Ärzte müssen stets sorgfältig abwägen, welche Therapie für Mutter und Kind am besten geeignet ist.
Wie Sie sehen, gibt es durchaus vielversprechende Optionen, um Grippesymptome bei Schwangeren wirksam und sicher zu behandeln. Trotzdem bleiben viele Fragen offen - etwa zur Langzeitverträglichkeit oder zur Wirksamkeit bei Hochrisikoschwangerschaften.
Was denken Sie: Welche Forschungsfelder sind hier besonders wichtig, um Schwangere noch besser vor Grippe zu schützen?