Während der Schwangerschaft stellt die saisonale Grippe eine erhebliche Gesundheitsbedrohung für Mutter und Baby dar. Viele Frauen zögern jedoch, antivirale Medikamente einzunehmen, da sie Bedenken hinsichtlich der Sicherheit für den Fötus haben. In diesem Artikel werden wir die potenziellen Risiken beleuchten, die mit einer unbehandelten Grippeinfektion für schwangere Frauen einhergehen können.
Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass Schwangere aufgrund der Veränderungen im Immunsystem und der Atemwege ein erhöhtes Risiko für schwere Grippeverläufe haben. Laut Studien haben schwangere Frauen ein bis zu fünfmal höheres Risiko, wegen Grippe hospitalisiert zu werden, im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen. Darüber hinaus können Komplikationen wie Pneumonie, Atemversagen und Organversagen die Gesundheit von Mutter und Ungeborenem massiv gefährden.
Eine weitere Herausforderung ist, dass Schwangere, die an Grippe erkranken, ein deutlich erhöhtes Risiko für Frühgeburten und Totgeburten aufweisen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 hatten Frauen, die während der Schwangerschaft an Grippe erkrankten, ein 4,7-fach höheres Risiko für eine Frühgeburt. Ebenso wiesen ihre Babys ein erhöhtes Risiko für Atemprobleme, Herzprobleme und Entwicklungsverzögerungen auf.
Neben den direkten Auswirkungen auf die Mutter können grippale Infekte auch Komplikationen für den Fötus mit sich bringen. Studien zeigen, dass eine Grippeinfektion während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Fehlbildungen wie Herzfehler, Gaumenspalten und Neuralrohrdefekte in Verbindung stehen kann. Zudem wurde ein Zusammenhang zwischen mütterlichen Grippeinfektionen und einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Autismus-Spektrum-Störungen beim Kind festgestellt.
Um diese Risiken zu minimieren, empfehlen Experten den Einsatz von antiviralen Medikamenten wie Oseltamivir oder Zanamivir. Diese Medikamente haben sich als sicher für den Einsatz in der Schwangerschaft erwiesen und können den Verlauf einer Grippeinfektion deutlich abmildern. Studien zeigen, dass der Einsatz von Antiviralia das Risiko für Krankenhausaufenthalte bei schwangeren Frauen um bis zu 50% senken kann.
Allerdings ist nachvollziehbar, dass viele Schwangere aufgrund möglicher Nebenwirkungen zögern, diese Medikamente einzunehmen. Hier ist es wichtig, die Risiken und Nutzen sorgfältig gegeneinander abzuwägen und eine gemeinsame Entscheidung mit dem betreuenden Arzt zu treffen. Viele Studien haben jedoch gezeigt, dass die Vorteile eines Antiviralien-Einsatzes die potenziellen Risiken überwiegen.
"Der Einsatz von Antiviralia kann das Risiko für Krankenhausaufenthalte bei schwangeren Frauen um bis zu 50% senken."
Abschließend lässt sich festhalten, dass der Verzicht auf antivirale Medikamente in der Schwangerschaft mit erheblichen Gesundheitsrisiken für Mutter und Baby einhergehen kann. Eine rechtzeitige Grippeimpfung und der Einsatz von Antiviralia können schwere Komplikationen verhindern und sind daher dringend zu empfehlen.
Wie stehen Sie persönlich zu diesem Thema? Haben Sie Erfahrungen mit Grippekrankheiten in der Schwangerschaft gemacht oder kennen Sie jemanden, der davon betroffen war? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare und Perspektiven!
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-20