Kann die frühzeitige Anwendung topischer antiviraler Cremes den Verlauf von Herpes zoster positiv beeinflussen?
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-18
Der Herpes zoster, auch als Gürtelrose bekannt, ist eine schmerzhafte Viruserkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Sie wird durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht, das bereits in der Kindheit Windpocken auslösen kann und dann im Körper verbleibt. Unter bestimmten Umständen kann es später reaktiviert werden und dann zu einem Ausbruch von Herpes zoster führen.
Die Symptome der Gürtelrose sind oft sehr unangenehm und können den Patienten stark belasten. Typischerweise zeigt sich zunächst ein brennender, stechender Schmerz entlang eines Nervs, gefolgt von einer schmerzhaften Ausbildung von Bläschen auf der Haut. Komplikationen wie Nervenschmerzen (Postherpetische Neuralgie) können den Heilungsprozess zusätzlich erschweren.
"Die frühzeitige Anwendung topischer antiviraler Cremes könnte möglicherweise den Verlauf von Herpes zoster positiv beeinflussen, indem sie die Virusausbreitung und -vermehrung in den betroffenen Hautarealen verringert."
In den letzten Jahren haben Forscher zunehmend das Potenzial topischer antiviraler Wirkstoffe bei der Behandlung von Herpes zoster untersucht. Der Gedanke dahinter ist, dass eine gezielte Hemmung der Virusreplikation in den betroffenen Hautarealen den Krankheitsverlauf abmildern und die Komplikationsrate senken könnte.
Einige Studien haben bereits vielversprechende Ergebnisse geliefert. So konnte in einer Untersuchung gezeigt werden, dass der Einsatz einer Aciclovir-haltigen Creme bei Patienten mit Herpes zoster den Heilungsprozess der Hautveränderungen beschleunigte und den Schmerzverlauf verkürzte. Ähnliche Beobachtungen wurden auch für andere topische antivirale Präparate wie Penciclovir oder Docosanol gemacht.
"Der Vorteil der frühzeitigen Anwendung topischer Antiviralia liegt möglicherweise darin, dass sie die Virusvermehrung in den betroffenen Hautarealen verhindern und so den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können."
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die auf mögliche Einschränkungen dieser Behandlungsstrategie hinweisen. Zum einen ist unklar, ob topische Antiviralia tatsächlich in ausreichenden Konzentrationen in die tieferen Hautschichten und zu den betroffenen Nervenzellen vordringen können. Zum anderen stellt sich die Frage, ob eine rein örtliche Behandlung ausreicht, um systemische Komplikationen wie die Postherpetische Neuralgie effektiv zu verhindern.
"Eine Kombination aus systemischen und topischen antiviralen Wirkstoffen könnte möglicherweise die besten Ergebnisse bei der Behandlung von Herpes zoster liefern."
Dennoch zeigen die bisherigen Erkenntnisse, dass die frühzeitige Anwendung topischer antiviraler Cremes durchaus das Potenzial hat, den Verlauf von Herpes zoster positiv zu beeinflussen. Entscheidend könnte hierbei sein, dass die Behandlung möglichst rasch nach Auftreten der ersten Symptome beginnt, um die Virusausbreitung in den betroffenen Hautarealen zu hemmen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob eine Kombination aus systemischer und topischer antiviraler Therapie bei Herpes zoster zukünftig eine optimierte Behandlungsstrategie darstellen könnte. Welche Erfahrungen haben Sie selbst mit der Anwendung topischer Antiviralia bei Gürtelrose gemacht? Ich bin sehr gespannt auf Ihren Beitrag!