Spezielle Empfehlungen zur Anwendung topischer antiviraler Cremes bei Herpes zoster bei älteren Menschen
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-12
Herpes zoster, auch bekannt als Gürtelrose, ist eine schmerzhafte Viruserkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Die Erkrankung wird durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht, das bereits in der Kindheit durch eine Windpocken-Infektion erworben wurde und dann lebenslang im Körper verbleibt. Im Alter kann das Virus reaktiviert werden und zu einem Ausbruch von Herpes zoster führen.
Ältere Menschen sind besonders anfällig für Herpes zoster, da ihr Immunsystem mit zunehmendem Alter an Stärke verliert. Daher ist es wichtig, dass diese Patientengruppe bei Auftreten der charakteristischen Symptome wie Hautausschlag und Schmerzen rechtzeitig eine angemessene Behandlung erhält. Neben systemischen antiviralen Medikamenten können in manchen Fällen auch topische antivirale Cremes eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
"Topische antivirale Cremes können bei Herpes zoster eine wertvolle Unterstützung sein, insbesondere wenn die Läsionen auf eine begrenzte Körperregion beschränkt sind", erklärt Prof. Dr. med. Antje Müller, Dermatologin am Universitätsklinikum Musterstadt.
Allerdings gibt es einige wichtige Aspekte zu beachten:
Zum einen können ältere Menschen empfindlicher auf Wirkstoffe in Cremes reagieren und es kann zu Reizungen oder Allergien kommen. Daher ist es ratsam, die Creme zunächst nur auf einer kleinen Hautfläche auszuprobieren, bevor man sie großflächig anwendet.
Zum anderen sollte man bei der Auswahl des richtigen Präparats auf die Verträglichkeit und Wirksamkeit achten. Nicht alle topischen antiviralen Cremes sind für die Anwendung bei Herpes zoster geeignet. Stattdessen empfiehlt es sich, evidenzbasierte Produkte mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir zu verwenden, da diese in Studien ihre Wirksamkeit bei dieser Indikation bewiesen haben.
"Vor der Anwendung sollten Patienten unbedingt mit ihrem Arzt besprechen, welche topische antivirale Creme am besten für ihre individuelle Situation geeignet ist", rät Frau Müller. "Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Behandlung effektiv und nebenwirkungsarm verläuft."
Darüber hinaus ist es wichtig, dass Patienten die Anwendungshinweise exakt befolgen. Dazu gehört insbesondere, die Creme mehrmals täglich dünn auf die betroffenen Hautareale aufzutragen, bis die Läsionen abgeheilt sind. Eine unregelmäßige oder nachlässige Anwendung kann die Wirksamkeit beeinträchtigen.
Ältere Menschen mit Herpes zoster sollten außerdem beachten, dass topische antivirale Cremes nicht als Ersatz, sondern nur als Ergänzung zu einer systemischen antiviralen Behandlung dienen. In vielen Fällen ist eine zusätzliche orale oder intravenöse Gabe von Antiviralia notwendig, um den Krankheitsverlauf effektiv zu kontrollieren.
"Topische antivirale Cremes können gerade bei älteren Herpes-zoster-Patienten eine sinnvolle Unterstützung sein, wenn sie richtig eingesetzt werden", betont Frau Müller. "Aber sie ersetzen keinesfalls eine umfassende medizinische Behandlung unter ärztlicher Aufsicht."
Abschließend lässt sich festhalten, dass topische antivirale Cremes bei Herpes zoster älterer Menschen durchaus hilfreich sein können - vorausgesetzt, Patienten und Ärzte arbeiten eng zusammen, um die bestmögliche und verträglichste Behandlung zu finden. Welche konkreten Erfahrungen haben Sie selbst oder Ihnen nahestehende Personen mit solchen Präparaten gemacht?