Antivirale oder symptomatische Therapie bei Herpes zoster - Was ist effektiver?
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-11
Herpes zoster, auch bekannt als Gürtelrose, ist eine schmerzhafte Viruserkrankung, die durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus verursacht wird. Das Virus bleibt nach einer Windpockeninfektion lebenslang im Körper und kann unter bestimmten Umständen reaktiviert werden, was zu einem Ausbruch der Gürtelrose führt. Betroffene leiden meist unter brennenden, stechenden Schmerzen und einer charakteristischen, einseitig auftretenden Hautausschlag entlang der betroffenen Nervenversorgung.
Bei der Behandlung von Herpes zoster stehen zwei Hauptansätze zur Verfügung: die antivirale Therapie und die symptomatische Behandlung. Jeder dieser Ansätze bringt seine eigenen Vor- und Nachteile mit sich, die es sorgfältig gegeneinander abzuwägen gilt.
Die antivirale Therapie zielt darauf ab, die Vermehrung des Varizella-Zoster-Virus im Körper zu hemmen und so den Krankheitsverlauf zu verkürzen und die Symptome zu lindern. Dazu werden in der Regel Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir eingesetzt. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine frühzeitige Behandlung mit antiviralen Medikamenten die Dauer der Hautausschläge, die Schwere der Schmerzen und das Risiko von Komplikationen wie der Postherpetischen Neuralgie reduzieren kann.
"Eine Metaanalyse von 7 Studien mit über 1.400 Patienten ergab, dass Patienten, die innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der Symptome mit Aciclovir behandelt wurden, eine um 2 Tage kürzere Dauer der Hautausschläge und eine Reduktion der Schmerzen um 1 Tag hatten im Vergleich zu Patienten, die keine antivirale Behandlung erhielten."
Allerdings gibt es auch Nachteile der antiviralen Therapie zu berücksichtigen. Zum einen können Nebenwirkungen wie gastrointestinale Beschwerden, Kopfschmerzen oder Müdigkeit auftreten. Außerdem sind die Medikamente verschreibungspflichtig und verursachen Kosten für das Gesundheitssystem. Daher ist es wichtig, sorgfältig abzuwägen, wann eine antivirale Behandlung tatsächlich indiziert ist.
Die symptomatische Behandlung konzentriert sich darauf, die Beschwerden der Patienten zu lindern, ohne direkt auf das Virus einzuwirken. Dazu gehören beispielsweise die Anwendung von Lokalanästhetika, Antidepressiva, Antikonvulsiva oder Schmerzmedikationen. Diese Ansätze zielen darauf ab, die Schmerzen zu reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, ohne jedoch den Krankheitsverlauf selbst zu beeinflussen.
"Laut einer Studie mit über 300 Patienten konnte eine Kombination aus topischen Lokalanästhetika und oralen Antikonvulsiva die Schmerzen bei Patienten mit Postherpetischer Neuralgie signifikant lindern im Vergleich zur alleinigen symptomatischen Behandlung."
Ein Vorteil der symptomatischen Therapie ist, dass sie in der Regel besser verträglich ist und keine zusätzlichen Kosten für das Gesundheitssystem verursacht. Allerdings kann sie die Dauer der Erkrankung und das Risiko von Komplikationen nicht beeinflussen.
Insgesamt zeigen Studien, dass eine frühzeitige Behandlung mit antiviralen Medikamenten bei Herpes zoster effektiv sein kann, um den Krankheitsverlauf zu verkürzen und Komplikationen zu reduzieren. Allerdings muss immer eine individuelle Abwägung der Vor- und Nachteile erfolgen. In manchen Fällen, wie beispielsweise bei Patienten mit leichter Symptomatik oder Kontraindikationen gegen antivirale Medikamente, kann auch eine rein symptomatische Behandlung sinnvoll sein.
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