Der Herpes zoster, umgangssprachlich auch als Gürtelrose bekannt, ist eine schmerzhafte Viruserkrankung, die vor allem bei älteren Menschen auftritt. Doch auch während der Schwangerschaft kann die Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus auftreten. Für werdende Mütter stellt diese Situation eine besondere Herausforderung dar, denn nicht alle antiviralen Medikamente sind für Schwangere geeignet.
"Der Herpes zoster kann bei Schwangeren zu schweren Komplikationen führen, daher ist eine rechtzeitige Behandlung äußerst wichtig," erläutert Dr. Elisa Müller, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. "Allerdings müssen wir dabei sehr vorsichtig sein, denn die Gesundheit des ungeborenen Kindes steht an erster Stelle."
Eine der am häufigsten verschriebenen antiviralen Therapien bei Herpes zoster ist Aciclovir. Dieses Medikament gilt als relativ sicher in der Schwangerschaft, solange es in der richtigen Dosierung und Darreichungsform verabreicht wird. Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 zeigten Schwangere, die Aciclovir einnahmen, kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder andere Komplikationen.
Auch das Medikament Valaciclovir kann während der Schwangerschaft eingesetzt werden. Es wird vom Körper besser aufgenommen als Aciclovir und ist daher möglicherweise eine noch effektivere Behandlungsoption. Allerdings gibt es hier bislang nur begrenzte Studiendaten zur Sicherheit in der Schwangerschaft.
"Bei Schwangeren mit Herpes zoster empfehle ich den Einsatz von Aciclovir oder Valaciclovir, da diese Wirkstoffe als relativ sicher gelten," erklärt Dr. Müller. "Dennoch sollten werdende Mütter stets eng von ihrem Gynäkologen betreut werden, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen."
Neben den antiviralen Medikamenten spielen bei der Behandlung von Herpes zoster auch schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneimittel eine wichtige Rolle. Hier müssen für Schwangere besonders sichere Präparate wie Paracetamol oder Ibuprofen in niedriger Dosierung gewählt werden.
Einige Studien deuten darauf hin, dass der Einsatz von Kortikosteroiden die Heilung des Herpes zoster bei Schwangeren beschleunigen und die Schmerzintensität reduzieren kann. Allerdings ist hierbei Vorsicht geboten, da Kortikosteroide das Risiko für Komplikationen wie Gestationsdiabetes oder Bluthochdruck erhöhen können.
"Jeder Schwangerschaftsverlauf ist individuell, daher muss die Behandlung des Herpes zoster immer an die spezifischen Bedürfnisse der Patientin angepasst werden," betont Dr. Müller. "Der enge Austausch zwischen Ärztin und Patientin ist hierbei entscheidend."
Neben der medikamentösen Therapie spielen bei Herpes zoster auch unterstützende Maßnahmen wie Kälteanwendungen, Hautreinigung und Feuchtigkeitspflege eine wichtige Rolle. Zudem können Entspannungsübungen und eine ausgewogene Ernährung den Heilungsprozess positiv beeinflussen.
Letztendlich zeigt sich, dass es bei der Behandlung von Herpes zoster in der Schwangerschaft keine Patentlösung gibt. Vielmehr erfordert es eine sorgfältige Abwägung der Risiken und Nutzen, um die für Mutter und Kind bestmögliche Therapie zu finden.
Welche Erfahrungen haben Sie oder Ihnen nahestehende Personen mit der Behandlung von Herpes zoster in der Schwangerschaft gemacht? Wir sind sehr an Ihren Einschätzungen interessiert.
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2025-Apr-03