Die Heilung von Post-Zoster-Neuralgie: Ein Zweifrontenkrieg mit antiviraler Behandlung und Physiotherapie
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-14
Die Post-Zoster-Neuralgie ist eine komplexe Komplikation der Gürtelrose, die leider allzu oft auftritt. Dabei handelt es sich um anhaltende Nervenschmerzen, die Wochen oder sogar Monate nach dem Abklingen der Hauterscheinungen der Gürtelrose auftreten können. Für die Betroffenen kann dies eine wahre Qual sein, die ihre Lebensqualität stark beeinträchtigt.
Bislang konzentrierte sich die Behandlung vor allem auf den Einsatz von antiviralen Medikamenten, um die Virusaktivität zu unterdrücken. Allerdings zeigen Studien, dass dieser Ansatz allein oft nicht ausreicht, um die Nervenschmerzen in den Griff zu bekommen. Hier bietet sich möglicherweise eine Ergänzung durch physiotherapeutische Maßnahmen an, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.
"Der Schlüssel liegt in einem ganzheitlichen Behandlungskonzept, das die Bekämpfung des Virus mit einer gezielten Aktivierung und Regeneration der betroffenen Nervenbahnen kombiniert", erklärt der Neurologe Dr. Michael Schneider.
Aus dieser Perspektive könnte eine Kombination der beiden Ansätze durchaus Vorteile bringen. Die antivirale Behandlung kann zunächst die Virusaktivität reduzieren und so das Fortschreiten der Erkrankung stoppen. Im Anschluss können dann gezielte physiotherapeutische Übungen dazu beitragen, die Nerven zu stimulieren, die Durchblutung zu fördern und die Regeneration zu unterstützen.
"Wir haben in unserer Klinik bereits einige Patienten mit dieser Kombination behandelt und konnten vielversprechende Ergebnisse erzielen. Die Schmerzen gingen deutlich schneller zurück und die Lebensqualität der Betroffenen verbesserte sich spürbar", berichtet Physiotherapeutin Anna Müller.
Allerdings ist der genaue Mechanismus, wie eine solche Kombination wirkt, noch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise spielen auch immunologische Faktoren eine Rolle, die durch die gezielte Aktivierung der Nerven positiv beeinflusst werden können.
Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob bestimmte Patientengruppen besonders von dieser Vorgehensweise profitieren könnten. Eventuell haben Patienten mit stärkeren Nervenschädigungen oder einer höheren Schmerzintensität mehr Nutzen von der Kombination aus Medikamenten und Physiotherapie.
"Wir müssen die Wirksamkeit und Effizienz dieser Behandlungsstrategie noch genauer untersuchen. Dazu brauchen wir weitere Studien, die verschiedene Patientengruppen und Therapieansätze vergleichen", erklärt Dr. Schneider.
Auch die optimale Dauer und Intensität der physiotherapeutischen Behandlung sind bislang nicht abschließend geklärt. Möglicherweise profitieren Patienten von einer längeren Rehabilitationsphase, in der die Nervenregeneration schrittweise gefördert wird.
Trotz dieser offenen Fragen legen die bisherigen Ergebnisse nahe, dass eine Kombination aus antiviraler Behandlung und Physiotherapie durchaus das Potenzial hat, den Heilungsprozess bei Post-Zoster-Neuralgie zu beschleunigen und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu verbessern.
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