Die Hepatitis C ist eine ernsthafte Viruserkrankung der Leber, die unbehandelt zu schwerwiegenden Komplikationen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs führen kann. In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten dank innovativer antiviraler Medikamente deutlich verbessert. Diese sogenannten DAAs (direktwirkende Antivirale) sind deutlich effektiver und verträglicher als die früher eingesetzten Interferonpräparate.
Dennoch stellt sich die Frage, ob diese modernen Hepatitis-C-Medikamente für alle Patientengruppen gleichermaßen sicher sind. Insbesondere für Schwangere, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen könnte die Einnahme von Antiviralia mit spezifischen Risiken verbunden sein. Lassen Sie uns diese Fragestellung näher beleuchten.
Für Schwangere ist der Einsatz von DAAs bislang weniger gut erforscht. Die Zulassungsstudien schlossen Schwangere meist aus, da mögliche Auswirkungen auf den ungeborenen Fötus nicht bekannt sind. Einige Fallberichte deuten jedoch darauf hin, dass einige Präparate wie Sofosbuvir oder Ledipasvir zumindest im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimenon sicher angewendet werden könnten. > "Dennoch empfehlen Experten, Schwangere mit Hepatitis C zunächst nur engmaschig zu überwachen und die Therapie auf die Zeit nach der Geburt zu verschieben, sofern es der Gesundheitszustand der Patientin erlaubt."<
Auch für ältere Patienten über 65 Jahre stellen die neuen Hepatitis-C-Medikamente eine Herausforderung dar. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Begleiterkrankungen und Interaktionen mit anderen Medikamenten. Zudem können altersbedingte Veränderungen der Leber- und Nierenfunktion die Pharmakokinetik der Antiviralia beeinflussen. Daher ist bei älteren Hepatitis-C-Patienten eine sorgfältige Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung erforderlich. > "Studien zeigen jedoch, dass die antiviralen Therapien bei Senioren in den meisten Fällen genauso wirksam und verträglich sind wie bei jüngeren Patienten - sofern Begleiterkrankungen und Medikamenteninteraktionen adäquat berücksichtigt werden."<
Eine besonders vulnerable Gruppe stellen schließlich Patienten mit Vorerkrankungen dar, etwa mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion. Hier müssen die potenziellen Risiken und Nutzen der Therapie sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Trotz des grundsätzlich guten Sicherheitsprofils der modernen DAAs können bei Patienten mit Komorbiditäten spezifische Komplikationen auftreten. > "Studien zeigen jedoch, dass auch Hochrisikopatienten von einer antiviralen Therapie profitieren können - allerdings unter engmaschiger ärztlicher Überwachung und gegebenenfalls Dosisanpassung."<
Abschließend lässt sich festhalten, dass die neuen Hepatitis-C-Medikamente zwar grundsätzlich ein hohes Maß an Sicherheit aufweisen. Für bestimmte Patientengruppen wie Schwangere, Senioren oder Patienten mit Vorerkrankungen sind jedoch spezifische Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Letztendlich hängt die Entscheidung für oder gegen eine antivirale Therapie vom individuellen Risiko-Nutzen-Profil des Patienten ab.
Wie sehen Sie das? Haben Sie selbst Erfahrungen mit der Behandlung von Hepatitis C in besonderen Patientengruppen gemacht? Ich bin sehr interessiert an Ihren Einschätzungen und Erfahrungsberichten zu diesem Thema.
Veröffentlicht von Dr. Sofia Urner, überprüft von Mariana Blagojevic | 2024-Apr-03